Ebook: Die deutsche Politik im VN-Peacekeeping : Eine Dienerin vieler Herren
Author: Markus Kaim
- Genre: Other Social Sciences // Politics: International Relations
- Tags: Vereinte Nationen Deutsche Außenpolitik Friedensmissionen
- Series: SWP Studie, 2021/7
- Year: 2021
- Publisher: Stiftung Wissenschaft und Politik
- City: Berlin
- Language: German
- pdf
∎ Die militärische Beteiligung an Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen gehört zwar rhetorisch zum Kernbestand deutscher Außen- und Sicher-heitspolitik. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich Deutschland jedoch auf eher symbolische Beiträge der Bundeswehr beschränkt.
∎ Erst mit der Beteiligung an der MINUSMA-Operation in Mali ist Deutsch-land substantiell in das Peacekeeping der VN zurückgekehrt. Einige seiner europäischen Verbündeten haben einen ähnlichen Schwenk vollzogen.
∎ Für die Mitgliedschaft Deutschlands im VN-Sicherheitsrat 2019–2020 war die MINUSMA-Beteiligung ein glaubwürdiger, aber auch politisch notwen-diger Ausweis der deutschen Verpflichtung für die VN und des multilate-ralen Handelns insgesamt. Nach Ende dieser zwei Jahre wird sich die sicher-heitspolitische Aufmerksamkeit wieder anderen Feldern zuwenden.
∎ Obgleich die Stärkung der Vereinten Nationen Ziel deutscher Politik bleibt, sind die Motive dafür, sich konkret an Friedensoperationen zu beteiligen (oder nicht), strategisch unterreflektiert. Sich daraus ergebende Ziel-konflikte und Dilemmata bleiben ungelöst.
∎ Unterschiedliche Priorisierungen, Erwartungen und Bewertungsmaßstäbe in Bundesregierung und Bundestag sind die Folge: Wer darauf setzt, mit der deutschen MINUSMA-Beteiligung die internationale Ordnung zu stär-ken, wird ihren Erfolg anders bewerten als derjenige, der auf konkrete Fortschritte im malischen Friedensprozess hofft, oder als jemand, der sie als Ausdruck deutsch-französischer Solidarität begreift.
∎ Ein Strategiepapier zu deutschen VN-Kontingenten ist unerlässlich. Es würde eine Brücke zwischen deutscher VN- und Sicherheitspolitik schlagen, den operativen Planungen Kontinuität und Partnern Planungssicherheit geben. Es sollte auf den Strategischen Kompass der EU bzw. das neue stra-tegische Konzept der Nato abgestimmt werden.
∎ Erst mit der Beteiligung an der MINUSMA-Operation in Mali ist Deutsch-land substantiell in das Peacekeeping der VN zurückgekehrt. Einige seiner europäischen Verbündeten haben einen ähnlichen Schwenk vollzogen.
∎ Für die Mitgliedschaft Deutschlands im VN-Sicherheitsrat 2019–2020 war die MINUSMA-Beteiligung ein glaubwürdiger, aber auch politisch notwen-diger Ausweis der deutschen Verpflichtung für die VN und des multilate-ralen Handelns insgesamt. Nach Ende dieser zwei Jahre wird sich die sicher-heitspolitische Aufmerksamkeit wieder anderen Feldern zuwenden.
∎ Obgleich die Stärkung der Vereinten Nationen Ziel deutscher Politik bleibt, sind die Motive dafür, sich konkret an Friedensoperationen zu beteiligen (oder nicht), strategisch unterreflektiert. Sich daraus ergebende Ziel-konflikte und Dilemmata bleiben ungelöst.
∎ Unterschiedliche Priorisierungen, Erwartungen und Bewertungsmaßstäbe in Bundesregierung und Bundestag sind die Folge: Wer darauf setzt, mit der deutschen MINUSMA-Beteiligung die internationale Ordnung zu stär-ken, wird ihren Erfolg anders bewerten als derjenige, der auf konkrete Fortschritte im malischen Friedensprozess hofft, oder als jemand, der sie als Ausdruck deutsch-französischer Solidarität begreift.
∎ Ein Strategiepapier zu deutschen VN-Kontingenten ist unerlässlich. Es würde eine Brücke zwischen deutscher VN- und Sicherheitspolitik schlagen, den operativen Planungen Kontinuität und Partnern Planungssicherheit geben. Es sollte auf den Strategischen Kompass der EU bzw. das neue stra-tegische Konzept der Nato abgestimmt werden.
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